Wahlumfragen Sachsen-Anhalt — Aktuelle Sonntagsfrage
Vor der Landtagswahl 2026 ringen CDU und AfD um die Führung — die aktuellen Umfragen im Detail.
Key-Facts: Sachsen-Anhalt
- Hauptstadt: Magdeburg
- Einwohner: 2,2 Mio
- Ministerpräsident: Reiner Haseloff (CDU)
- Regierung: CDU + SPD + FDP
- Letzte Landtagswahl: 2021
- Nächste Landtagswahl: 2026
- Sitze im Landtag: 97
Sachsen-Anhalt steht vor einer richtungsweisenden Landtagswahl 2026. Nach 15 Jahren im Amt trat Reiner Haseloff (CDU) im Januar 2026 zurück; sein Nachfolger als Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU). Seine Drei-Parteien-Koalition aus CDU, SPD und FDP ist ein bundesweit seltenes Konstrukt.
Das Land kämpft mit demografischen Herausforderungen: Abwanderung, Alterung und wirtschaftlicher Strukturwandel prägen die Debatte. Gleichzeitig bringt die Intel-Chipfabrik in Magdeburg eine historische Investition — die größte ausländische Einzelinvestition in der deutschen Geschichte.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund
Die AfD zieht mit Ulrich Siegmund (geb. 1990, aufgewachsen in Havelberg) in die Landtagswahl. Die Delegierten des Landesparteitags in Magdeburg wählten ihn im Mai 2025 mit über 97% zum Spitzenkandidaten. Siegmund sitzt seit 2016 im Landtag und ist seit 2022 Fraktionsvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt.
Im Wahlkampf setzt Siegmund auf betont bodenständige Auftritte: Seit Juni 2026 tourt er mit einer Serie von Simson-Ausfahrten — gemeinsamen Motorrad-/Mopedtouren mit dem in Ostdeutschland kultstatus-trächtigen Simson-Modell — durch Sachsen-Anhalt (u.a. Tangermünde, Jeßnitz, Weißenfels), um mit Anhängern ins Gespräch zu kommen. Die Kampagne läuft unter dem Motto „Vision 2026“. Das ZDF-Politikmagazin frontal widmete der Strategie und den AfD-Plänen für das Bundesland eine eigene Doku-Analyse.
Aktuelle Umfragen für Sachsen-Anhalt
Die Sonntagsfrage für Sachsen-Anhalt zeigt den direkten Instituts-Vergleich vor der Landtagswahl 2026.
Letzte Umfrage: Veränderung zur letzten Umfrage desselben Instituts für diese Partei.
| Partei | ∅ |
INSA
23.07.
|
INSA
03.07.
|
INSA
13.05.
|
Infratest dimap
07.05.
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INSA
25.03.
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INSA
27.01.
|
INSA
15.10.
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Infratest dimap
04.09.
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INSA
19.06.
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INSA
16.01.
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INSA
05.11.
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INSA
05.07.
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INSA
13.06.
|
INSA
18.04.
|
Institut Wahlkreisprognose
30.01.
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AfD | 40,3 | 41,0 (±0,0) (+20,2) | 41,0 (−1,0) (+20,2) | 42,0 (+4,0) (+21,2) | 41,0 (+2,0) (+20,2) | 38,0 (−1,0) (+17,2) | 39,0 (−1,0) (+18,2) | 40,0 (+10,0) (+19,2) | 39,0 (+18,2) | 30,0 (−1,0) (+9,2) | 31,0 (+1,0) (+10,2) | 30,0 (+1,0) (+9,2) | 29,0 (−1,0) (+8,2) | 30,0 (+1,0) (+9,2) | 29,0 (−4,0) (+8,2) | 27,5 (+6,7) |
| CDU | 24,7 | 24,0 (+1,0) (−13,1) | 23,0 (−1,0) (−14,1) | 24,0 (−1,0) (−13,1) | 26,0 (−1,0) (−11,1) | 25,0 (−1,0) (−12,1) | 26,0 (±0,0) (−11,1) | 26,0 (−8,0) (−11,1) | 27,0 (−10,1) | 34,0 (+2,0) (−3,1) | 32,0 (±0,0) (−5,1) | 32,0 (+3,0) (−5,1) | 29,0 (−2,0) (−8,1) | 31,0 (−1,0) (−6,1) | 32,0 (±0,0) (−5,1) | 28,5 (−8,6) |
| Linke | 12,7 | 14,0 (+1,0) (+3,0) | 13,0 (±0,0) (+2,0) | 13,0 (±0,0) (+2,0) | 12,0 (−1,0) (+1,0) | 13,0 (+2,0) (+2,0) | 11,0 (±0,0) (±0,0) | 11,0 (±0,0) (±0,0) | 13,0 (+2,0) | 11,0 (+7,0) (±0,0) | 4,0 (+1,0) (−7,0) | 3,0 (−1,0) (−8,0) | 4,0 (−1,0) (−7,0) | 5,0 (±0,0) (−6,0) | 5,0 (−4,0) (−6,0) | 3,5 (−7,5) |
| SPD | 6,3 | 5,0 (−1,0) (−3,4) | 6,0 (±0,0) (−2,4) | 6,0 (±0,0) (−2,4) | 7,0 (±0,0) (−1,4) | 6,0 (−2,0) (−2,4) | 8,0 (+2,0) (−0,4) | 6,0 (−1,0) (−2,4) | 7,0 (−1,4) | 7,0 (−1,0) (−1,4) | 8,0 (+1,0) (−0,4) | 7,0 (−1,0) (−1,4) | 8,0 (+1,0) (−0,4) | 7,0 (−1,0) (−1,4) | 8,0 (±0,0) (−0,4) | 4,5 (−3,9) |
| BSW | 4,7 | 4,0 (−1,0) | 5,0 (+1,0) | 4,0 (−1,0) | 4,0 (−2,0) | 5,0 (−1,0) | 6,0 (±0,0) | 6,0 (−2,0) | 6,0 | 8,0 (−6,0) | 14,0 (−2,0) | 16,0 (±0,0) | 16,0 (+3,0) | 13,0 (+3,0) | 10,0 | 23,0 |
| Grüne | 3,8 | 4,0 (±0,0) (−1,9) | 4,0 (±0,0) (−1,9) | 4,0 (±0,0) (−1,9) | 4,0 (+1,0) (−1,9) | 4,0 (+1,0) (−1,9) | 3,0 (±0,0) (−2,9) | 3,0 (±0,0) (−2,9) | 3,0 (−2,9) | 3,0 (±0,0) (−2,9) | 3,0 (±0,0) (−2,9) | 3,0 (−1,0) (−2,9) | 4,0 (±0,0) (−1,9) | 4,0 (−1,0) (−1,9) | 5,0 (±0,0) (−0,9) | 4,5 (−1,4) |
| FDP | 3,2 | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (+1,0) (−2,4) | 3,0 (±0,0) (−3,4) | — | 3,0 (+1,0) (−3,4) | 2,0 (−1,0) (−4,4) | 3,0 (+1,0) (−3,4) | — | 2,0 (−2,0) (−4,4) | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (±0,0) (−2,4) | 4,0 (−2,4) |
Die AfD und die CDU liefern sich das Rennen um Platz eins, das BSW könnte zum Königsmacher werden. Die SPD liegt deutlich dahinter, die Linke kämpft um die 5%-Hürde, die Grünen liegen teils darunter.
Politische Landschaft in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt hat eine turbulente politische Geschichte. Das „Magdeburger Modell“ (1994–2002), bei dem die SPD-Minderheitsregierung von der PDS toleriert wurde, sorgte bundesweit für Aufsehen. Später war Sachsen-Anhalt das erste Bundesland, in dem die AfD bei einer Landtagswahl über 20% erreichte (2016).
Die CDU hat es unter Haseloff und seinem Nachfolger Schulze geschafft, trotz des AfD-Aufstiegs die Führung zu behalten. Wie Schulze im Wahlkampf-Endspurt gegen die AfD-Familienversprechen argumentiert, zeigt die Analyse zur Sachsen-Anhalt-Debatte bei Markus Lanz.
Ergebnis der Landtagswahl 2021
| Partei | Ergebnis 2021 | Veränderung zu 2016 | Sitze |
|---|---|---|---|
| CDU | 37,1% | +7,4 | 40 |
| AfD | 20,8% | −3,4 | 23 |
| Linke | 11,0% | −5,3 | 12 |
| SPD | 8,4% | −2,2 | 9 |
| Grüne | 5,9% | +0,7 | 6 |
| FDP | 6,4% | +1,5 | 7 |
Karte
Städte in Sachsen-Anhalt
Magdeburg
Landeshauptstadt, 240.000 Einwohner
Halle (Saale)
Universitätsstadt, 240.000 Einwohner
Dessau-Roßlau
Bauhaus-Stadt, 80.000 Einwohner
Stendal
Altmark-Zentrum, 40.000 Einwohner
Merseburg
Saalekreis, 35.000 Einwohner
Wahlkreise und Bundestagswahl in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt stellt 8 Bundestagswahlkreise. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann die AfD mehrere Direktmandate — das Bundesland zählt zu den AfD-Hochburgen in Ostdeutschland.
Magdeburg
Wahlkreis 059
Halle (Saale)
Wahlkreis 062
Dessau – Wittenberg
Wahlkreis 060
Altmark
Wahlkreis 057
Mansfeld
Wahlkreis 064
Burgenlandkreis – Saalekreis
Wahlkreis 063
2021: CDU Sachsen-Anhalt siegt mit 37 Prozent – Haseloff schlägt AfD-Prognosen
Bei der sachsen-anhaltischen Landtagswahl am 6. Juni 2021 erzielte die CDU unter Reiner Haseloff 37,1 Prozent – ihr bestes Ergebnis seit 1994. Alle Umfragen hatten die AfD (20,8%) als mögliche größte Kraft gesehen. Haseloffs persönliche Beliebtheit und ein klar geführter Wahlkampf überwanden die AfD-Herausforderung. Es war das erste Mal seit Jahren, dass in einem ostdeutschen Land die CDU deutlich über 30 Prozent landete. Haseloff hatte wenige Wochen vor der Wahl die Koalition wegen der Rundfunkbeitragsdebatte fast gesprengt – und gewann trotzdem.
Koalitionsszenarien für 2026
Die AfD hat sich mit rund 41% deutlich von der CDU (rund 24%) abgesetzt — ein Vorsprung von über 17 Prozentpunkten (INSA, Stand 23.07.2026). Damit stellt sich vor der Landtagswahl am 6. September 2026 eine noch drängendere Frage als zuletzt: Reicht es überhaupt noch für eine Mehrheit ohne die AfD? Eine AfD-Koalition scheidet weiterhin aus, weil alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit ablehnen.
| Koalition | Stimmen (ca.) | Mehrheit? | Realismus |
|---|---|---|---|
| CDU + Linke + SPD | ~43% | Nein | Rein rechnerisch, von der CDU bislang ausgeschlossen |
| CDU + BSW + SPD | ~33% | Nein | War 2025 noch mehrheitsfähig, jetzt nicht mehr |
| CDU + SPD + FDP (aktuelle) | ~33% | Nein* | FDP unter 5% → scheitert ohnehin |
| Alle demokratischen Parteien außer Linke (CDU+SPD+Grüne+FDP+BSW) | ~41% | Nein | Gleichauf mit der AfD allein — keine Mehrheit |
| AfD | ~41% | Nein | Kein Partner, keine Chance auf Regierungsbildung |
*Die FDP liegt in Sachsen-Anhalt aktuell bei rund 4% und würde die 5%-Hürde voraussichtlich verfehlen. Damit entfällt die Neuauflage der Deutschland-Koalition. Rechnerisch brisant: Selbst wenn sich CDU, SPD, Grüne, FDP und BSW zusammen mit der Linken gegen die AfD stellen würden, reicht es angesichts der aktuellen Umfragewerte nur knapp über 50% — ohne die von der CDU bisher abgelehnte Zusammenarbeit mit der Linken sieht keines der etablierten Szenarien eine Mehrheit ohne die AfD vor. Sachsen-Anhalt steuert damit auf eine der schwierigsten Regierungsbildungen seiner Geschichte zu.
BSW-Faktor: Koalitionspartner mit eigenen Bedingungen
Das BSW unter Sahra Wagenknecht stellt klare Bedingungen: kein NATO-Truppenausbau im Osten, Verhandlungen mit Russland, Ablehnung westlicher Waffenlieferungen. In Thüringen und Sachsen-Anhalt hat das BSW durch Landeskoalitionen bereits gezeigt, dass es mitregieren kann — und will. Ob seine Forderungen auf Landesebene umgesetzt werden können, ist jedoch begrenzt. Ein Juniorpartner, der bundespolitische Forderungen als Koalitionsbedingung stellt, macht Verhandlungen schwieriger.
Häufige Fragen
Wann ist die nächste Landtagswahl in Sachsen-Anhalt?
Die nächste Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet 2026 statt.
Wer regiert aktuell in Sachsen-Anhalt?
Sachsen-Anhalt wird von einer Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) regiert.
Was ist die Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt?
Die Vorgängerregierung (2016–2021) aus CDU (schwarz), SPD (rot) und Grünen (grün) wurde wegen der Farben „Kenia-Koalition“ genannt. Seit 2021 regiert stattdessen eine Deutschland-Koalition mit der FDP statt der Grünen.
Wie stark ist die AfD in Sachsen-Anhalt?
Die AfD erreichte bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt 20,8% — und war damit das erste Bundesland, in dem sie 2016 erstmals über 20% holte. In aktuellen Umfragen liegt die AfD bei über 40% und könnte 2026 erstmals die absolute Mehrheit erreichen. Sachsen-Anhalt gilt als eine der AfD-stärksten Regionen Deutschlands. Aktuelle Einordnung: AfD in Sachsen-Anhalt greift nach absoluter Mehrheit.
Was sind die größten Städte in Sachsen-Anhalt?
Die drei größten Städte sind Halle (Saale) (ca. 240.000 Einwohner), die Landeshauptstadt Magdeburg (ca. 235.000) und Dessau-Roßlau (ca. 80.000). Sachsen-Anhalt verliert seit der Wiedervereinigung kontinuierlich Einwohner — der Bevölkerungsrückgang gehört zu den stärksten in Deutschland.



