Midterms 2026: Demokraten erobern den Kongress zurück
Senat & House zurück
Midterms 2026: Das Ergebnis auf einen Blick
- Datum: Dienstag, 3. November 2026
- Senate: Demokraten gewinnen netto 7 Sitze (Iowa, Kansas, Maine, North Carolina, Ohio, South Carolina, Texas)
- Neuer Stand Senate: 54 DEM – 44 REP (Mississippi und Alaska noch zu knapp)
- House: Demokraten gewinnen die Mehrheit, projizierter Sitzgewinn von 27–31 Sitzen (Endauszählung läuft noch)
- Gouverneure: Demokraten gewinnen 5 Posten dazu (Georgia, Iowa, Nevada, Ohio, Texas), Republikaner gewinnen keinen hinzu
Bei den Midterm Elections 2026 standen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatssitze und 36 Gouverneursposten zur Wahl. Die Demokraten brauchten netto nur 4 Senate-Sitze und 5 House-Sitze, um die Kontrolle zurückzugewinnen — sie holten deutlich mehr: eine der größten Midterm-Wellen gegen eine Präsidentenpartei seit Jahrzehnten.
Senate Races 2026: Die Endergebnisse
Im Senate standen 35 Sitze zur Wahl (Class II plus die Sonderwahlen in Ohio und Florida). Die Demokraten kippten sieben republikanische Sitze und verloren keinen einzigen eigenen Sitz:
| Staat | Gewinner / Stand | Partei | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Texas | James Talarico (gewinnt) | DEM | Gekippt D |
| North Carolina | Roy Cooper (gewinnt) | DEM | Gekippt D |
| Maine | Troy Jackson (gewinnt) | DEM | Gekippt D |
| Ohio | Sherrod Brown (gewinnt, Sonderwahl) | DEM | Gekippt D |
| South Carolina | Annie Andrews (gewinnt, Sonderwahl) | DEM | Gekippt D |
| Iowa | Josh Turek (gewinnt) | DEM | Gekippt D |
| Kansas | Adam Hamilton (gewinnt) | DEM | Gekippt D |
| Georgia | Jon Ossoff (gehalten) | DEM | Gehalten D |
| Michigan | Abdul El-Sayed (gehalten) | DEM | Gehalten D |
| Minnesota | Peggy Flanagan (gehalten) | DEM | Gehalten D |
| New Hampshire | Chris Pappas (gehalten) | DEM | Gehalten D |
| Nebraska | Pete Ricketts (gehalten) | REP | Gehalten R |
| Alaska | Sullivan vs. Peltola | — | Zu knapp |
| Mississippi | Hyde-Smith vs. Colom | — | Zu knapp |
Nicht aufgeführte Sitze (u.a. Georgia, Colorado, Delaware, Illinois u.v.m.) blieben bei der jeweils amtierenden Partei. Quelle: NBC News Decision Desk, AP, Stand 4. November 2026.
Key Races: Wo die Entscheidung fiel
Texas (gekippt, größte Überraschung): James Talarico (DEM) besiegte Ken Paxton (REP) — der erste demokratische Senatssieg in Texas seit 1988. Amtsinhaber John Cornyn hatte die Vorwahl gegen Paxton bereits verloren; im Rennen um das texanische Gouverneursamt gewann mit Gina Hinojosa zugleich die erste demokratische Gouverneurin seit Ann Richards (1990).
Maine (gekippt): Troy Jackson (DEM) beendete die drei Jahrzehnte lange Amtszeit von Susan Collins (REP) — eine der am längsten amtierenden republikanischen Senatorinnen.
North Carolina (gekippt): Roy Cooper (DEM), der frühere Gouverneur, besiegte Michael Whatley (REP) für den offenen Sitz von Thom Tillis.
Georgia (gehalten): Jon Ossoff (DEM) verteidigte seinen Sitz gegen Mike Collins (REP) — das wichtigste republikanische Angriffsziel hielt.
Alaska & Mississippi (noch offen): Beide Rennen waren am 4. November 2026 zu knapp, um sie zu werten — ändern aber nichts mehr an der bereits gesicherten demokratischen Mehrheit.
House of Representatives: Demokraten gewinnen die Mehrheit
Im House standen alle 435 Sitze zur Wahl. Die Republikaner hielten zuvor eine knappe Mehrheit (220-215). Die Demokraten gewannen nach Angaben von Fraktionschef Hakeem Jeffries mindestens 255 Sitze — ein projizierter Nettogewinn von 27 bis 31 Sitzen. Die Endauszählung läuft in mehreren Distrikten noch, die Mehrheit ist aber bereits gesichert.
Historischer Vergleich: Die Partei des Präsidenten verliert bei 18 der letzten 20 Midterms Sitze im House, im Schnitt 20–40 Sitze. Der demokratische Gewinn 2026 lag am oberen Ende dieser historischen Spanne — ein deutliches Votum gegen die erste Hälfte von Trumps zweiter Amtszeit.
Midterms erklärt: Was sind Zwischenwahlen?
Midterm Elections („Zwischenwahlen“) finden in den USA alle vier Jahre statt, genau in der Mitte der Amtszeit des Präsidenten. Im Gegensatz zur Präsidentschaftswahl steht der Präsident selbst nicht zur Wahl – aber sein politisches Erbe.
Gewählt wurden:
- Alle 435 Abgeordneten des House of Representatives (Amtszeit: 2 Jahre)
- 35 Sitze der 100 Senatoren (Class II plus zwei Sonderwahlen)
- 36 Gouverneure, Staatslegislaturen und lokale Ämter
Die Wahlbeteiligung bei Midterms liegt typischerweise 15–20 Prozentpunkte unter der bei Präsidentschaftswahlen. Das begünstigt oft die Opposition, deren Anhänger stärker motiviert sind — ein Muster, das sich 2026 in vollem Umfang bestätigte.
Vergleich: Midterms (USA) vs. Landtagswahlen (DE)
| Merkmal | Midterms (USA) | Landtagswahlen (DE) |
|---|---|---|
| Rhythmus | Alle 4 Jahre (fester Termin) | Variabel (alle 4–5 Jahre) |
| Was wird gewählt? | Congress + Gouverneure | Landtag |
| Bedeutung für Bundespolitik | Sehr hoch (Kongress kann Präsident blockieren) | Moderat (Bundesrat-Mehrheiten) |
| Wahlbeteiligung | ca. 45–50% | ca. 55–70% |
| Trend | Präsidentenpartei verliert fast immer | Kein klarer Bundestrend |
Häufige Fragen
Wer hat die Midterms 2026 gewonnen?
Die Demokraten. Sie eroberten am 3. November 2026 sowohl den Senat (netto +7 Sitze, neuer Stand 54-44) als auch das Repräsentantenhaus (projizierter Gewinn von 27-31 Sitzen) zurück und gewannen zusätzlich 5 Gouverneursposten (Georgia, Iowa, Nevada, Ohio, Texas).
Welche Senate-Sitze sind von Republikanern zu Demokraten gekippt?
Sieben Sitze kippten: Iowa, Kansas, Maine (Troy Jackson besiegte die seit 30 Jahren amtierende Susan Collins), North Carolina (Roy Cooper), Ohio (Sonderwahl, Sherrod Brown), South Carolina (Sonderwahl) und Texas (James Talarico besiegte Ken Paxton — der erste demokratische Senatssieg in Texas seit 1988).
Welche Rennen sind noch nicht entschieden?
Alaska (Sullivan vs. Peltola, Ranked-Choice-Auszählung kann bis zu 15 Tage dauern) und Mississippi (Hyde-Smith vs. Colom, nur wenige hundert Stimmen Unterschied) waren am 4. November 2026 noch zu knapp. Keines der beiden Rennen kann die bereits gesicherte demokratische Mehrheit noch kippen.
Was bedeutet der Machtwechsel für Trump?
Die Demokraten übernehmen die Kontrolle über beide Kongresskammern und können damit Gesetzgebung, Haushaltsentscheidungen und Richterbestätigungen blockieren oder verzögern sowie eigene Untersuchungsausschüsse einsetzen.
Wie groß war die demokratische Welle im historischen Vergleich?
Größer als die meisten Prognosen erwartet hatten. Die Partei des Präsidenten verliert bei Midterms historisch im Schnitt 20-40 House-Sitze; ein Netto-Gewinn von 7 Senate-Sitzen bei null eigenen Verlusten ist für die Oppositionspartei ungewöhnlich deutlich.
Was ist der Generic Ballot und warum war er wichtig?
Der Generic Ballot misst die allgemeine Parteienpräferenz ohne konkrete Kandidaten. Der finale Generic-Ballot-Vorsprung der Demokraten lag im hohen einstelligen Bereich — stark genug, um trotz strukturellen Gerrymanderings beide Kammern zu erobern. Aktuelle Werte findest du auf unserer Umfragen-Seite.
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Weiterführende Quellen
- Midterm Elections auf Wikipedia (Deutsch) — Geschichte und Hintergründe der US-Zwischenwahlen
- US-Wahlsystem auf bpb.de — Bundeszentrale für politische Bildung: Erklärung des amerikanischen Wahlsystems




