Wahlumfragen sind keine Prognosen — sie bilden die Sonntagsfrage ab: „Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?" Die Antworten unterliegen einer statistischen Fehlertoleranz von ±2–3 Prozentpunkten. Trotzdem liefern die Institute in der Summe ein erstaunlich präzises Bild.
Bei der Bundestagswahl 2025 lag der Durchschnitt aller Institute nur 1,2 Prozentpunkte neben dem Endergebnis — besser als 2021 (1,8 Pp.) und deutlich besser als 2017 (2,4 Pp.). Die Aggregation mehrerer Institute reduziert systematische Verzerrungen einzelner Methoden.
Warum unterscheiden sich die Institute?
- Erhebungsmethode: Telefon (CATI), Online-Panel oder Face-to-Face liefern unterschiedliche Stichproben
- Gewichtung: Jedes Institut gewichtet nach Alter, Geschlecht, Region und Bildung — aber mit eigenen Modellen
- Sonntagsfrage-Formulierung: Subtile Unterschiede im Wortlaut beeinflussen die Antworten
- Feldzeit: Wer Montag bis Mittwoch befragt, erfasst andere Stimmungen als Donnerstag bis Samstag
- Nichtwähler-Korrektur: Wie stark wird für Befragte korrigiert, die angeben zu wählen, es aber nicht tun?